Fritz – Reiter, Landwirt und 35 Jahre TuS-Vorsitzender

Grabow, den 19.03.2026

Ich bin Fritz Bloch von Blottnitz, geboren 1939 in Bevensen. Grabow ist seitdem mein Zuhause. Nach meiner Schulzeit in Lüchow und dem Besuch des Internats in Luisenlund machte ich mein Abitur. Dann absolvierte ich eine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Esso-Hof in Dethlingen 14, 29633 Munster.

Danach machte ich ein einjähriges Praktikum bei der Deutschen Bank in Celle.

1967 übernahm ich nach meiner Ausbildung das Gut hier. Damals umfasste es 500 Hektar Land und Forst, davon 450 Hektar fruchtbares Acker- und Weideland. Mein Vorgänger, der Betriebsleiter Dr. Weber, zog nach Celle, und ich, Fritz Bloch von Blottnitz, wurde der neue Bauer hier in Grabow.

Ich habe mich früh auf die Pferdehaltung und die Reiterei konzentriert. Das war nicht immer einfach, aber ich habe mit den Pferden Geld verdient und vor allem viel Freude daran gehabt. Alle Pferde habe ich selbst eingeritten. Ich erinnere mich noch gut an die alte Ochsenscheune, die als Reithalle diente. Dort machte ich meine ersten Arbeiten in der Reithalle, bevor mein Schwiegersohn, der aus der Schweiz stammt, hier vieles neu gebaut hat, unter anderem die heute bestehende Reithalle. Er hat das Anwesen, besonders das Brauhaus, in einen fantastischen Zustand versetzt. Er ist ein sehr guter Mensch, und es dauert mich, dass die Scheidung ihn aus der unmittelbaren Familie gerissen hat. Er ist ein tüchtiger Mann, Elektroingenieur und erfolgreicher Makler.

Meine Landwirtschaft war breit gefächert. Ich war lange Zeit Zuckerrübenbauer und habe zehn Jahre lang 100 Hektar Zuckerrüben angebaut. Das hat gutes Geld eingebracht. Auch Hafer für meine Pferde und Qualitätsweizen für Bäckereien wurden angebaut. Diese Vielfalt und die Möglichkeit, durch die Zuckerrüben zu investieren, machten diese Zeit sehr erfolgreich. Meine Tochter Imai hat den Betrieb dann 2005 übernommen und sehr erfolgreich weitergeführt. Ich bin seitdem Rentner. Ich habe hier im Haus Wohnrecht.

Die Nachkriegszeit war ereignisreich. Hier im Haus waren zeitweise bis zu 100 Menschen untergebracht.
Vier mal musstes wir unser Haus verlassen weil die amerikanischen Soldaten im Zuge ihres Vormasches immer wieder in unserem Haus Quatier bezogen haben.
Ich erinnere mich, wie die amerikanischen Soldaten die weißen Sterne auf ihre Panzer nachmalten und mir als Kind einen Pinsel über das Gesicht zogen, weil ich ihnen die Zunge herausgestreckt hatte. Eine unvergessliche Erinnerung. Die Amerikaner hatten hier auch ihre Sanitätsstube eingerichtet, in der mich meine Mutter wieder von der Farbe befreite.

Meine Großmutter mütterlicherseits war Amerikanerin, geborene Casewell, wuchs aber in England auf. Sie lebte lange hier oben im Haus.

Meine Reiterkarriere begann auf dem Pony Krümel, das mich oft geschickt abwarf. Dann kam Katinka, mit der ich mein erstes Turnier in Küsten ritt – ein Reinfall. Aber dann kam Amsel, mein ganz besonderes Pferd. Mit ihr habe ich internationale Prüfungen gewonnen, darunter in Nörten-Hardenberg, wo mich Generalmajor a. D. Wilhelm Viebig, der meinen Onkel Johnny kannte, mit den Worten beschrieb: „Blottnitz mit großem Maul und ritt einen verrückten Gaul.“

Ich war in Irland, Frankreich und Belgien als Pferdesportrichter unterwegs. In Warendorf wurde ich unter Generalmajor a. D. Wilhelm Viebig beim Deutschen Olympiade-Komitee als Military-Reiter ausgebildet, heute würde man Vielseitigkeitsreiter sagen, zusammen mit Olympioniken wie August Lütke-Westhues. Luhmühlen war mein erfolgreichstes Stammturnier.

Mit der Stute Amsel und später ihren Nachkommen Sorbas und Sebastian hatte ich eine wunderbare Zeit. Sebastian gewann mehrfach Springprüfungen bis zur Klasse S und war auch in der Dressur erfolgreich. Ameise, ein Fohlen aus Amsel von dem berühmten Hengst Agram, zeigte großes Talent. Leider verletzte sie sich schwer im Gelände beim Einsprung in die Luhe in Luhmühlen. Ein anderes Mal, als ich zu viel getrunken hatte, warf mich Amsel in Uelzen ab – meine Schuld, ich hatte keine richtige Einwirkung mehr.

Ich erinnere mich auch an die dramatische Rettung zweier Jungen aus dem Eis der Schlei in Luisenlund, wofür ich die Goldene Luisenlunder Nadel erhielt – eine hohe Auszeichnung. In Wolfsburg erhielt ich den Goldenen Wolf der Stadt Wolfsburg, überreicht durch Graf Schulenburg, für gutes jagdliches Schießen.

Auch an die Menschen hier auf dem Gut erinnere ich mich gut: an Herrn Manik, den Schlüsselmacher, an Frau Messerschmidt und an Willi Wolf, den Schmied und Hufschmied, der für mich unersetzlich war.

Meine Frau Undine war eine außergewöhnliche Frau. Sie war für zwei Legislaturperioden Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament. Deshalb war Undine häufig an den Wochenenden in Grabow, während ich in meiner sportrichterlichen Funktion in Pferdeangelegenheiten viel unterwegs war. Unter der Woche war Undine meist in Brüssel oder Straßburg, und ich war hier in Grabow mit der Landwirtschaft und den Pferden beschäftigt.

Undine machte die Buchführung, pflegte den Garten und kümmerte sich um Schafe und Enten. Sie war eine Goldseele und eine treibende Kraft in der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Sie hat sich zudem gesellschaftliche Anerkennung im Widerstand gegen das Atommülllager Gorleben erworben.

Hildegard Nöckel war eine unglaubliche Köchin für die vielen Menschen im Haus.

Der TuS wurde vor 35 Jahren gegründet, und wir bauten die alte Schule zum Sportlerheim aus. Bis heute ist der Gründungsvorstand im Amt. Der Ausbau war eine Gemeinschaftsleistung, die ich nie vergessen werde. Wir waren ein großartiges Team mit Pit (Horst Quirant), unserem Vize Dieter Weißmann, Rainer Claaßens, Wilhelm Möser und vielen anderen. Ich erinnere mich noch, wie die Decke einstürzte und Christian Bruns uns half, sie wieder hochzudrücken. Die Zuschüsse zu retten, nachdem Herr Krüger uns mitgeteilt hatte, dass das Land sie streichen wollte, war ein wichtiger Moment. Es ist mir wichtig, dass das TuS-Heim nun in gute Hände kommt.

Das Sportlerheim ist wie unser gemeinsames Haus, das wir gebaut haben. Darin steckt viel Herzblut.

Meine Tochter Imai ist nun 60 Jahre alt. Meine Enkeltochter Zita ist 18 und macht bald ihr Abitur. Sie ist pferdebegeistert, und ich habe ihr ein sehr gut gezogenes Fohlen zum Abitur geschenkt. Ich hoffe, sie wird hier in Grabow bleiben und das Gut weiterführen. Mein Sohn Fabian lebt in Bielefeld in betreutem Wohnen und ist sehr selbstständig. Er hat den Fußball im Blut.

Ich erinnere mich, wie wir mit dem Trecker nach Hannover und sogar nach Berlin fuhren, um für unsere Anliegen zu demonstrieren. Es waren bewegte Zeiten, aber auch Zeiten großer Gemeinschaft. Nun blicke ich auf ein Leben voller Arbeit, Erfolge, Rückschläge und vor allem vieler Erinnerungen zurück