Projekt: Grabow – ein Dorf erzählt seine Geschichte., Video-Interview mit
Diethart Gnade
Zusammenfassung von Alexander v. Plato
Interviewer: Alexander v. Plato, Heinz A. Schweig
Ton, Kamera und Technik: Heinz A. Schweig
Datum des Gesprächs: 26. September 2025
Dauer des Gesprächs: ca. 2 Stunden
Ort: die Privatwohnung von Diethart Gnade
Diesdorfer Weg, 29439 Lüchow
Außer uns dreien nahm niemand am Gespräch teil. Diethart lebt als Witwer in einem eigenen Einfamilienhaus.
Diethart hatte sich vorbereitet, unter anderem mit einer schriftlichen Fassung seiner Lebensgeschichte, aus der er weitgehend vorlas, und einigen anderen Texten, unter anderem von seinem Großvater Fritz Gnade. Diese Texte sind dem Interview beigefügt.
Kurzbiografie
Diethart Gnade, wurde am 24. Januar 1944 auf dem Obergut in Grabow geboren. Seine Eltern waren der Gutsgärtner Friedrich Gnade und seine Mutter, die sechs Jahre später Bademeisterin im Kneippsanatorium wurde. Seine Großeltern hatten einen kleinen Pachthof, ebenfalls auf dem Obergut.
Diethart besuchte die Schulen in Grabow und Lüchow, zuletzt die höhere Handelsschule mit dem Abschluss der Mittleren Reife. Nach entsprechenden Weiterbildungen beim Landkreis kam er in den gehobenen Dienst, und wurde schließlich Leiter des Kfz-Amtes des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Er war verheiratet und hat zwei Kinder. Nach seiner Pensionierung lebt er heute allein als Witwer in seinem Einfamilienhaus. Seine Frau starb Anfang dieses Jahres an Lungenkrebs.
Zusammenfassung des Interviews
Diethart Gnade beginnt seine Biografie mit seinen Großeltern, die im Speichergebäude des Obergutes ihre Wohnung hatten und daneben in Schuppen ihre landwirtschaftlichen Gerätschaften und einige Kühe sowie Geflügel. Die Großmutter stammte aus der Nähe von Göttingen. Dort studierte der Besitzer des Obergutes Eberhard v. Plato. Sie war in Stellung bei einer befreundeten Familie; als sie eine neue Stelle suchte, nahm er sie mit nach Grabow. Dort heiratete sie 1911 den Bauern Fritz Gnade. Er war nicht nur Bauer, sondern spielte fünf Instrumente, unter anderem die Fiedel. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte er in dem Tanzsaal des dörflichen Gasthauses, als es noch keine „Bands“ gab, ganz allein mit seiner Geige die Tanzmusik für viele Leute. Außerdem dichtete er, vorzugsweise zu Erntedankfesten, Feiertagen oder Beerdigungen. Er war das klassische Dorforiginal und der Dorfdichter. 1963 starb er, seine Witwe lebte noch einige weitere Jahre, eine immer in Schwarz gekleidete Person. Ihre Würste aus Privatschlachtungen waren berühmt.
Das Geburtshaus von Diethart war das Verwaltergebäude des Obergutes. Sein Vater war der Gutsgärtner Friedrich Gnade und seine Frau Magdalena, geborene Niebuhr. Sie heirateten 1940. Diethart und seine Eltern lebten dort bis 1946. Dann mussten die Platos aus dem „Landschloss“ aus- und in das Verwaltergebäude einziehen, da Ernst-August v. Plato das große Haus dem Roten Kreuz zur Verfügung stellte (aus Angst vor der Bodenreform – AvP). Im Verwaltergebäude wohnten sie zusammen mit dem Verwalterpaar Müller und einer Irene Pommerenke (die mein Vater aus Berlin mitgebracht hatte - AvP) mit ihrem Sohn Hans-Eberhard, der so alt wie Diethart war. Das große Haus wurde dann bis 1950 Kriegsversehrtenheim unter der Leitung von Hannes Tritz (den mein Vater aus dem Lazarett in Magdeburg eingeladen hatte - AvP). Er kam als Witwer mit drei Kindern nach Grabow und heiratete dort nach einem Jahr Rosemarie v. Hardenberg, die Schwester der Gutsbesitzerin Elisabeth v. Plato. Die älteste Tochter von Hannes und Rosemarie Tritz, Frauke, wurde ebenfalls 1944 geboren – wie Diethart Gnade.
Als die Platos mit drei Kindern und einer Tante (Therese v. Richthofen) in das Verwaltergebäude kamen, mussten Diethart Gnade und seine Eltern in den „Katen“ ziehen, ein lang gestrecktes einstöckiges Gebäude mit einer Aneinanderreihung von kleinen Einfamilienwohnungen. Dort lebten auch die Weißmanns – Wilhelm Weißmann war Vorarbeiter auf dem Obergut –, seine Frau Lisbeth mit Kindern, also die älteste („voreheliche“) Tochter Agnes, dann Lisa, Ulla und Dieter, der ebenfalls 1944 geboren wurde. Weiter wohnten dort Frau Meschke, die beiden Knoblochs, Vater Sapirow, ein geborener Russe, der im Ersten Weltkrieg in Deutschland geblieben war (er hatte eine Tochter Inge und zwei Söhne Willi (Treckerfahrer) und Otto (Binnenschiffer), die später auf das Obergut zogen): außerdem Vater und Sohn Scheidt, ein Kriegskamerad von Ernst-August v. Plato namens v. Blödau, der etwas später nach Bonn zog und bei den Briten arbeitete, sowie nun auch die Gnades, die dann nach einigen Jahren (1964) nach Lüchow zogen. Bald zogen die Bruns (Hermann und Bernhard sowie zwei Töchter von Hermann Roswitha und Conny und drei Söhne, nämlich Christian, Alexander und Mattias in den Katen ein. In dem anderen Haus auf dem Hof (Nr. 10) wohnten die Sukows mit Frau und Kindern (er war als „Schweizer“ für die Milchwirtschaft verantwortlich), Vater und Mutter Obst (Flüchtlinge aus Ostpreußen, er machte die Jagd und später die Kühe, sie strickte maschinell und schneiderte), die beiden Söhne wurden Eleven auf dem Hof; der älteste, Heinz, wurde später Polizist; im ersten Stock lebten Flüchtlinge mit Namen Bittermann – er machte die Pferde, sie war Mädchen für alles, also offiziell Dienstmädchen. Später, in den 1950ern, zog in das Haus auch der neue Verwalter Wilke, unverheiratet.
Ein weiteres Haus wurde vor der Hofeinfahrt von dem Maurer Lückefeld gebaut, der dort mit Frau Weise und ihrer Tochter Renate einzog.
Beeindruckend war für Diethart als Kind besonders das Schlachten mit dem Schlachter Flügge, der die Schweine mit einem Bolzen betäubte, dann die Schlagader aufschlitzte, so dass das Blut herausspitzte. Einmal hat einer das ohne Bolzen gemacht, den Kopf des Tieres zwischen den Beinen gehalten und mit der Axt den Schädel gespalten. Diethart erzählt auch von dem Trichinen-Beschauer, der mit seinem Koffer auf dem Motorrad kam und Fleisch beschaute – er wusste allerdings nicht, was Trichinen sind. Oder er berichtet von Federballspielen zwischen den Parteien des Katens oder den Tritzens; und wie sein Vater begann, unter der Hand Tabakwaren oder Schnaps zu verkaufen; von Schlittenfahrten hinter dem Trecker, den Ernst-August v. Plato fuhr – einmal sogar in die Kirche; von den Überschwemmungen im Winter, wenn die Jeetzel überlief und man weithin Schlittschuh fahren oder auf dem Teich Eishockey spielen konnte.
Die „Baronin“, genannt Oma Lolla, schickte ihn einmal mit einem Geschenk zu den Schweigs zu Heinz-Adolfs (Schorpers) Geburt 1954.
Diethart wurde 1950 in die Volksschule Grabow eingeschult zusammen mit Dieter Weismann, Frauke Tritz und Waldemar Lünse, der eine Hasenscharte und einen Wolfsrachen hatte, sich viel prügelte und später wegen Totschlags verurteilt, aber als schuldunfähig eingestuft wurde. In den folgenden Jahren wurde es einsamer für Kinder, es gab einige jüngere Spielgefährten wie Klaus Pahl oder Christian v. d. Wense. Die Gnades, also auch Diethart, blieben bis 1964 auf dem Obergut. Er ging nach acht Jahren Volksschule für zwei Jahre auf die Handelsschule in Lüchow, besucht dann für drei Jahre eine Lehrausbildung auf die Verwaltungsschule mit dem Abschluss der Mittleren Reife. Es folgten Weiterbildungen verschiedener Art. Nach einigen Stationen wurde er Leiter des KfZ-Amtes des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Unterbrochen wurde die Ausbildung durch den Wehrdienst, über den er wenig erzählte, außer dem Faktum, dass er dadurch im Gegensatz zu anderen Ausbildungszeit verlor.
Ende des ersten Gesprächsteils.
Fortsetzung des zweiten am 9. Oktober 2025.
Projekt: Grabow – ein Dorf erzählt seine Geschichte., Video-Interview mit
Diethart Gnade (Teil II)
Zusammenfassung von Alexander v. Plato
Interviewer: Alexander v. Plato, Heinz A. Schweig
Ton, Kamera und Technik: Heinz A. Schweig
Datum des Gesprächs: 9. Oktober 2025
Dauer des Gesprächs: ca. 2 Stunden
Ort: die Privatwohnung von Diethart Gnade
Diesdorfer Weg 11
29439 Lüchow
Außer uns dreien nahm niemand am Gespräch teil.
Folgende Texte von Diethart oder aus seinem familiären Umfeld hat er oder wird er uns nach Rücksprachen übergeben; sie können bei ihm oder bei mir eingesehen (besprochen vor dem Beginn des eigentlichen Gesprächs):
- Ein fiktives Gespräch zwischen dem alten und dem neuen Schloss, den sein Großvater um oder bald nach 1912 geschrieben hat
- Eine Reihe von Artikeln seines Großvaters aus der Lokalzeitung, dessen Todesanzeige und ein Foto von ihm mit Schifferklavier
- Einen Text seines Großvaters von 1937 „Das schöne Obergut“
- eine Sage in den Worten Dietharts über das Jammerholz (einem Waldstück zwischen Grabow und Platenlaase, in dem angeblich alte Dorfbewohner umgebracht wurden, weil oder wenn sie nicht mehr ernährt werden konnten, und in dem die Platosche Wasserburg laut Lehensbrief um 1450 gebaut wurde).
- Ein Gedicht von Diethart auf sein Leben auf dem Obergut
- Ein Lebensbericht seines Onkels Walter (erst nach Rücksprache mit dessen Frau zitierbar).
Nach einigen technischen Schwierigkeiten mit unserer Kamera begann Diethart Gnade den zweiten Teil des Interviews mit Geschichten und Erinnerungen seines Onkels Walter Gnade, des jüngsten Bruders seines Vaters. Diethart hat eigene Erinnerungen an ihn, hat aber auch einige Berichte von dessen späterer Frau Rosemarie, genannt Rosi, bekommen und sogar einen Text von Walter selbst, den er für seine Familie geschrieben hatte. Diethart legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht direkt aus diesem Text zitieren möchte, da er Rosi noch fragen will, ob er diesen Text weitergeben dürfe.
Walter beschreibt seinen Vater, also Dietharts Großvater, als Bauern und gelernten Pflaster- und Steinarbeiter, der z.B. den Weg zum Alten Schloss gepflastert habe sowie den Weg zur Straße, früher Birkendamm genannt. Er heiratete 1911 Friederike (Jg. 1887) aus Waake, die Eberhard v. Plato 1906 als 19jährige aus Göttingen „mitgebracht“ hatte und die nun als „‘Mamsell‘ im Schloss arbeitete“. Friederikes Mutter wurde 1861 geboren und starb 1892 in der Typhus-Epidemie in Wien.
Friederike und Fritz bekamen vier Söhne:
- Friedrich, den Vater von Diethart, geboren 1913, der eine Gärtnerlehre in Rätzlingen und Bienenbüttel im Raum Uelzen machte, dann als Gärtner auf dem Obergut arbeitete, 1940 heiratete, zunächst in den Reichsarbeitsdienst (RAD), dann über Königswinter in den Krieg nach Frankreich musste, nach einem Kopfschuss in Russland knapp dem Tod entkam, in mehreren Lazaretten war, so 1943 in Wien, wo seine Frau Magdalene ihn besuchte und wo Diethart, wie der hinzufügt, gezeugt wurde. 1944 kam Friedrich nach Hause. Er arbeitete später nicht mehr auf dem Obergut, sondern nach einigen Zwischenstationen bei SKF in Lüchow als Lagerist. Er war schon als Kind fast ertrunken, als er im Eis eingebrochen und von seiner Mutter gerettet worden war. Er starb mit 99 Jahren.
- Adolf, 1915 geboren, erkrankte an Diphterie und lebte nur knapp zwei Jahre – daher bekam der nächste Sohn denselben Namen
- Adolf II, Jahrgang 1917, wurde Landwirt, heiratete in einen Hof bei Waddeweitz ein, pachtete Land dazu und kaufte später einen weiteren Hof.
- Walter wurde 1919 geboren, war Musiker und bei der Wehrmacht im Musikkorps – auch während des Krieges. Nach seiner Kriegsheimkehr lernte und arbeitete er wieder bei und mit seinem Musiklehrer in Bösel, besonders an den Wochenenden auf Tanzveranstaltungen. Ansonsten half er auf dem elterlichen Hof oder mit Hilfsarbeiten anderswo. Walter war im Dorf beliebt und anerkannt. Später heiratete er Rosemarie, die im Kneipp-Sanatorium arbeitete, und ging mit ihr in die Nähe von Kassel, wo er Postbote wurde. Rosi und er hatten zwei Kinder, mit denen Diethart Kontakt hält.
Dietharts Eltern lernten sich Ende der 1930er Jahre bei Kohrs im Kolborner Schloss kennen, wo seine Mutter Magdalene dankenswerterweise als Hausmädchen arbeiten konnte, nachdem sie Schwierigkeiten bei dem Obernazi XY aus dem Raum Clenze als Pflichtjahrmädchen bekommen hatte. Angeblich hatte sie Arbeiten verweigert. Und Friedrich Gnade machte dort zeitweilig den Garten.
Diethart Gnade: Interview dritter Teil
Ort: wie zuvor in dem Haus von Diethart Gnade
Datum: 26.10.2025
Anwesende: wie zuvor
Dauer: ca. zwei Stunden
Diethart übergibt uns seine von ihm geschriebene Lebensgeschichte.
Zu Beginn dieses dritten Gesprächs knüpfen wir an die Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Chef der Mutter während des Nationalsozialismus an: Diethart liest den Brief des Nazi-Chefs vor, in dem der Mutter angedroht wird, sie würde eine Anzeige wegen „Sabotage“ erhalten, wenn sie nicht bis zu einem bestimmten Datum ein ärztliches Attest über ihre Arbeitsunfähigkeit vorlegen würde. Der Hintergrund ist der, dass sie beim Reichsarbeitsdienst in Soltau arbeiten sollte, dies aber nicht wollte. Herr Kohrs aus Kolborn forderte sie dann für sich als Dienstmädchen an, dem auch stattgegeben wurde. Dadurch wurde die Drohung der Anklage der Sabotage hinfällig.
Diethart wohnte auch nach dem Umzug der Familie 1964 bei seinen Eltern in Lüchow und machte von dort aus seine verschiedenen Zusatzausbildungen – sei es in Lüchow in Lüneburg, Hannover oder anderswo. Er blieb dort auch offiziell während seiner Militärzeit 1965/66 in Lüneburg und nach der Grundausbildung in Buxtehude. Er schildert dieses Mal einige typische Geschichten der Auseinandersetzungen mit anderen Eingezogenen oder Vorgesetzten. Er landete bald im Büro, da er sowohl Schreibmaschine schrieb als auch Stenografieren oder Grundarbeiten der Buchführung konnte. Von Buxtehude aus war er häufig in Hamburg.
Wieder zurück in Lüchow wurde er nach der Handelsschule und der Mittleren Reife sowie der Inspektorenkurse 1968 vom Landkreis Lüchow-Dannenberg übernommen. Bald lernte er über Herbert Wolfrath seine spätere Frau kennen. Sie stammte aus einer Handwerkerfamilie im Uelzener Raum. Herbert hatte sie zu privaten Treffen hinzugeholt – mir scheint, um sie zu „verkuppeln“, weil sie in jener Zeit wie Diethart auch „alleinstehend“ war, sie gingen zusammen aus, auch tanzen, und kamen sich näher. Offensichtlich gab es keine Probleme mit ihren Eltern. So durfte sie bei ihm auch über Nacht bleiben und er bei ihr. Diethart hatte, da er ein Einzelkind war, neben einem eigenen Schlafzimmer auch ein kleines Wohnzimmer für sich im Haus der Eltern. Allerdings galt damals noch der Kuppeleiparagraph, weshalb er sich offiziell ein eigenes Zimmer in Lüchow nahm. Also, so frei, wie sich später die Jugend und auch die eigenen Kinder im Verhältnis zum anderen Geschlecht entwickeln konnten, war es bei ihnen trotz der guten Bedingungen noch nicht.
Ursprünglich wollte seine Frau Krankenschwester werden, während ihr Vater wünschte, dass sie erst einmal lernen sollte, wie man einen Haushalt möglichst im Haus eines Handwerkers führt. Sie lernte Hauswirtschaft und Kochen, war aber in verschiedenen Stellen als Köchin oder Verkäuferin beschäftigt sowie später in der Altenpflege, bis sie nach ihrer Hochzeit 1968 vor allem als Hausfrau und Mutter im Hause Gnade arbeitete. Hier schlossen sich einige Anmerkungen zum Verhältnis von Berufstätigkeit und Hausfrauen- bzw. Mutterarbeit an.
Sie hatten das Angebot des Landkreises für den Kauf einer Doppelhaushälfte bekommen, die Eltern hatten ebenfalls ein Angebot für ein eigenes Haus erhalten. Ab Mitte der 1990 Jahre bauten sie ihr eigenes Haus. Nach dem Tod der Mutter (wann??), lebte der Vater noch in seinem Haus, bis er ins Elisabeth-Altersheim wollte und kam. Das ist fußläufig nah zum Haus der Gnades, so dass der Vater häufig besucht werden konnte, bis er kurz vor seinem 100. Geburtstag starb.
Die Gnades haben zwei Kinder:
1969 wurde der Sohn Gero geboren, der nach der Mittleren Reife und Handelsschule in die Fußstapfen des Vaters trat und im Landkreis Lüchow-Dannenberg arbeitet. In zwei Ehen bekam er vier Kinder, die einen wesentlichen Teil der Familien-Aufgaben der Gnades verlangten.
1971 kam die Tochter Angela zur Welt. Sie löste sich relativ früh von den Eltern und lebte schon in der Schulzeit in einer Wohngemeinschaft („Kommune“). Später – ein Jahr vor dem Abitur – zog sie mit ihrem Freund nach Hamburg, arbeitete in der Gastronomie bzw. Hotelgewerbe. Er wurde Koch, sogar Sternekoch, sie machten Restaurants auf oder gaben Kochkurse, lebten zeitweilig in Japan und arbeiten heute als „Koch-Coaches“ (mein Wort).
Nach der Pensionierung lebten Diethart und seine Frau weiterhin in Lüchow, machten Reisen und viel anderes zusammen. Er fühlte sich hier im Wendland sehr wohl, war durch Beruf und Familie sehr integriert; hier ist seine Heimat. Er machte Führungen zum Wendland bzw. Lüchow.
Krankheit und Tod seiner Frau haben ihn sehr getroffen. Nach dem Tod seiner Frau Anfang dieses Jahres 2025 fühlt er sich manchmal einsam und trägt sich mit dem Gedanken, in ein psychiatrisches Sanatorium zu gehen.
Wir werden uns bald wieder treffen, um seine Korrekturen an meinen Zusammenfassungen einzuarbeiten einige Fotos und Texte (u.a. seines Großvaters und Onkels) und seine Überlassungsunterschrift entgegenzunehmen.
Aber wir wurden beide krank, und es dauerte bis zum 5. Märze 2026, ehe wir das Gespräch fortsetzen konnten.
Letzes Gespräch mit
Diethard Gnade
5. März 2026
Dauer: ca. zwei Stunden
Ort: Am Obergut 10, bei mir zu Hause.
Dieselbe Besetzung wie bisher
In diesem Gespräch wurden weit überwiegend frühere Themen an gesprochen, die bereits zuvor Themen waren wie z.B die Hilfe Ihres neuen Chefs, der die Mutter von Diethard schützte, in dem er sie bei sich einstellte (dabei die Kopie des mit Briefes an die Polizei, in dem der alte Chef sie denunzierte.
Außerdem wurden präzisierendes Fragen zur Schulzeit gestellt und beantwortet.
Außerdem ging es wieder um den Großvater Fritz, dem Dorfdichter und -musiker, und dessen zahlreiche Aktivitäten im Dorf. Der Großvater nahm ihn manchmal, wenn auch viel zu selten, mit ins Dorf.
Und schließlich las Diethard aus einer Reihe von Dokumenten, die er mitbrachte, persönlich vor, darunter seinen Lebenslauf in Gedichtform.