Diese Aufzeichnung hat uns Walter Wolfrath mit folgender Erklärung überreicht:

Meine beiden Großväter, der Schmiedemeister August Wolf und der Tischler Fritz Wolfrath haben zusammen mit den Bauern Beuzel so wie dem Förster Robert Ruth in einer Biertischrunde die Idee dieses Wildschweinabenteuers entwickelt.

Ausgangspunkt: zwei Grabower Bauern namens Chriszof Jabelmann und Heinrich Schulz hatten die Jagdrechte für Grabow gepachtet und haben sich damit gebrüstet, dass sie ausgezeichnete Jäger seien. Das zweifelten die Biertischfreunde an. Sie meinten, die Jäger seinen ausgesuchte Sonntagsjäger, denen man unbedingt einen Streich spielen müsste. So haben sie in wochenlanger Kleinstarbeit eine WIldscheinplage insziniert, indem sie mit gewissen Hilfsmitteln die Kartoffelmieten der einzelnen Bauern auf WIldschweineinfluss beschädigten und mittels Schweinefußabdrücken Spuren und Fährten gelegt. Die beiden Jäger wurden ständig damit konfrontiert und drauf hingewiesen sie sollen der Palge endlich ein Ende machen und die Wildschweine erlegen. Die Jäger gingen deshalb fast täglich auf Pirsch, aber immer vergebens. Die vier Bierfischfreunde besorgten sich letztendlich einen Balg von einem Keiler, stopften ihn mit einem ausgedientem Weinfass aus und positionierten diesen original aussehenden Keiler im Wald. Daraus ist die Geschichte dann entstanden. Hier rüber wurde in der damaligen preußischen Jagdpresse berichtet und Grabow hatte plötzlich einen Bekanntheitsgrad.

Das wilde Schwein zu Grabow

Des Waldes tiefsten Gründen,
in dem Forst-Ort-Rott versteckt,
war ein wildes Schwein zu finden,
das Fritz Wolfrath hat entdeckt.

Eines morgens in der Frühe,
radelt er nach Beutow hin,
Gedachte schon des Tages Mühe,
schlug jeden Argwohn aus dem Sinn.

Es überkam ihn ein Menschlich rühren,
er stellt sein Rädchen an einen Baum,
doch was mußte er verspüren,
war es Wahrheit oder Traum.?

Da lag ein Keiler groß und mächtig
und ruhte sich behaglich aus.

Das Beinkleid knöpfend war zu lästig,
so eilte er den Jägern in das Haus.

Auf auf ihr Jäger laßt euch raten,
eilt flink in das Waldrevier,
es gibt einen schönen Sonntagsbraten,
von dem edlen Borstentier.

Scharf geladen war die Büchse
und mit aufgezogenen Hahn,
immer sachte leis auf Strümpfen
ging er an das Wildbret ran.

Angelegt und losgeknallt
mit dem derben Jägerschrot,
so daß der ganze Rott erschallt
und das Schwein war mausetot.

Doch einen Demilon hat es im Leibe
In dem sich einst befand Alkohol,
obwohl der ganze Akt als Scheibe
für die Jäger dienen sollt ?