Plattdeutsche Redewendungen – Elbwendisch (Lüchow-Dannenberg)
"Wat in’t Spier wast, wast nich in’t Käörn."
Bedeutung: Was im Spätsommer (Spier) nicht reif ist, wird im Herbst (Käörn) auch nicht reif.
Anwendung: Bezieht sich auf unvermeidbare Verzögerungen oder das Nicht-Eintreffen von Erwartungen.
"He hätt de Katte in’n Düüstern kniëpen!"
Bedeutung: Er hätte die Katze im Dunkeln gekniffen – eine Redewendung, die auf einen unerklärlichen, sinnlosen oder dummen Akt verweist.
Anwendung: Wird verwendet, wenn jemand etwas völlig Unlogisches oder Verwirrendes tut.
"Nix geiht över de Reinlichkeit."
Bedeutung: Nichts geht über die Sauberkeit.
Anwendung: In Bezug auf Ordnung, Hygiene oder das Pflegen von Dingen – auch im Sinne von „Es ist besser, alles sauber zu halten“.
"Ick möd allwedder huajoh’n."
Bedeutung: Ich möchte immer wieder gähnen – ein Ausdruck für Langeweile oder Langsamkeit.
Anwendung: Wird verwendet, wenn etwas besonders langweilig oder träge verläuft.
"Ook in’Winter nich!"
Bedeutung: Auch im Winter nicht!
Anwendung: Ein ausdrucksstarkes „Nein!“ oder „Nichts da!“, oft im Kontext von Verweigerung oder Ablehnung, z. B. bei einem Vorschlag, der als unpassend gilt.
"Aarm ween is keine Schann, wenn ein blous Geld nouch hedd."
Bedeutung: Armut ist keine Schande, wenn man ein bisschen Geld hat.
Anwendung: Ein Trost, der besagt, dass selbst geringe finanzielle Mittel etwas wert sind und man nicht in Scham versinken muss.
"De kann flaiten äs’n Mäten-Gaitlink."
Bedeutung: Er kann pfeifen wie ein Mäten-Gaitlink (ein kleiner Vogel).
Anwendung: Beschreibt jemanden, der etwas ungeschickt oder lahm pfeift – oft mit leichtem Spott.
(hochdeutsche Bedeutung in Klammern)
Alltag & Haltung
Dat geiht mi nich an – Das geht mich nichts an
Dat is mi egaal – Das ist mir egal
Dat passt so nich – Das stimmt so nicht
He stellt sik an – Er übertreibt / ziert sich
Dat geiht nich klar – Das ist nicht in Ordnung
Denken & Verstand
He hett nich allns bi’nanner – Nicht ganz bei Verstand
De Kopp sitt schief – Denkfehler
He denkt to wiet – Er denkt zu kompliziert
Dat mutt erst mal in’n Kopp rin – Das muss man erst begreifen
Arbeit & Tun
Nich lang schnacken – Nicht lange reden
Dat mutt maakt warrn – Das muss erledigt werden
Dat löppt – Es funktioniert
He maakt mehr Larm as Arbeit – Viel Gerede, wenig Leistung
Dat is keen Kunst – Das ist einfach
Zeit & Geduld
Lütt un lütt – Schritt für Schritt
Allens to sien Tiet – Alles zu seiner Zeit
Dat hett noch Tiet – Keine Eile
Nich glieks – Nicht sofort
Menschen & Dorfleben
He is keen stillen – Nicht auf den Mund gefallen
Se hebbt sik in de Hoor – Sie haben Streit
He maakt een langen Hals – Neugierig
Dat gifft dat nich – Unglaublich
He weet Bescheed – Er ist informiert
Wetter, Land & Erfahrung
(typisch für ländlich-elbnahes Wendland)
Dat Land vergißt nix – Erfahrung zählt
Regen maakt nich blind – Stell dich nicht so an
Dat geiht över Nacht – Plötzlich
Wenn dat kummt, denn kummt dat – Unaufhaltsam
De Wind dreit sik – Die Lage ändert sich
Spott & trockene Ironie
(sehr wendländisch, leise, nicht laut)
Dat passt as nix to nix – Passt überhaupt nicht
He hett dat nich mitkregen – Hat nichts verstanden
Dat is ja wat ganz Nees – Ironisch: gar nichts Neues
He weet ok nich mehr – Ahnungslos
Sprichwortnah (lokal gebräuchlich)
Wat mutt, dat mutt – Sachzwang
Eenmal is keenmal – Einmal zählt nicht
Veel snacken bringt keen Brood – Reden ersetzt keine Arbeit
Jeder mutt sien Deel doon – Jeder trägt Verantwortung
„Wat den een sin Uhl, is den annern sin Nachtigall.“
Heißt so viel wie: „Des einen Freud, des anderen Leid.“ Nur eben viel charmanter.
„As de Olen sungen, so piepen de Jungen.“
Die plattdeutsche Version von „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ – bildlich, nah am Leben und typisch norddeutsch.
„Wat mutt, dat mutt.“
Kurz, klar, pragmatisch. Ein Spruch, der die norddeutsche Gelassenheit perfekt auf den Punkt bringt.
Humorvolle Schätze auf Platt
Plattdeutsch kann ernst, aber eben auch herrlich schlagfertig sein:
„De Mann dörpt Allens eten, doch lang nich allns weten.“ (Der Mann darf alles essen, aber längst nicht alles wissen.)
– das ist typisch norddeutscher Humor: trocken, ehrlich und mit einem Augenzwinkern.
Plattdeutsche Sprüche im modernen Alltag
Die Sprache von gestern passt wunderbar ins Heute. Besonders beliebt sind plattdeutsche Sprüche auf Textilien: bestickte Kissen, Taschen oder Geschirrtücher mit einem frechen Spruch sind echte Hingucker und bringen den Norden in den Alltag.
Ein besticktes Kissen mit einem plattdeutschen Spruch sorgt sofort für Gesprächsstoff, und eine Tasche mit Stickerei ist nicht nur praktisch, sondern auch ein Statement für norddeutsche Identität.
Geschenkideen mit plattdeutschem Charme
Plattdeutsche Sprüche sind perfekte Geschenke – persönlich, witzig und voller Tradition. Ob zur Hochzeit, zum Geburtstag oder einfach so: ein besticktes Geschirrtuch oder ein Kissen mit einem liebevollen Spruch bleibt lange in Erinnerung.
Beliebt sind zum Beispiel:
„För gode Frünn un gode Tied sünd alle Dag de Dören wiet.“
„Tied laten is keen Fuulheit.“