Grabow? Ist das nicht dieses Städtchen in Mecklenburg? Bei Ludwigslust? Nein – unser Grabow liegt im Wendland und ist seit 1972 Teil der Samtgemeinde Lüchow in Niedersachsen. Es ist ein Dorf mit einer Bevölkerung von 334 Personen 2024 und einer bewegten Geschichte: Ursprünglich wendisch besiedelt, in der fränkischen Christianisierung besetzt und unterworfen, ein Lehensdorf des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg an die Familie von Plato, seit der Reformation evangelisch-lutherisch, Teil der Plate-Lüchower Kirchengemeinde. In der napoleonischen Zeit wurde das Wendland besetzt und dem Königreich Westfalen unter Napoleons Bruder Jérôme zugeschlagen, nach 1814 Teil des Königreiches Hannover, dann nach dem Krieg von 1866 preußisch. Junge Männer des Dorfes fielen in den zahlreichen Kriegen der letzten Jahrhunderte, besonders in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Grabow war mehrheitlich nationalsozialistisch orientiert. Nach 1945 kamen viele Flüchtlinge in die britische Besatzungszone, auch nach Grabow. Diese Menschen fanden hier eine neue Heimat und prägten das soziale und kulturelle Leben des Dorfes maßgeblich mit. In Grabow liegen zwei Landhäuser, auf dem Untergut und auf dem Obergut.